Menü

Wasserversorgung in Trockenphasen sichern

Lange Trockenphasen haben Hessen und Deutschland in den vergangenen Jahren zunehmend belastet. Gleichzeitig zeigen Klimaprojektionen, dass der Klimawandel die Grundwasserneubildung weiter beeinflussen wird. Die Wasserversorgung muss sich deshalb auf häufigere, längere und intensivere Trockenphasen vorbereiten. Die Klimaplanmaßnahme W-03 „Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung“ hat zum Ziel, Kommunen bei der Anpassung ihrer Wasserversorgung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen – insbesondere mit Blick auf die Versorgungssicherheit während Trockenperioden.

Weitere Informationen zur Wasserversorgung in Hessen

 

bild
HMLU

Im Rahmen der Maßnahme wurde der Handlungsleitfaden „Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung“ entwickelt. Er richtet sich insbesondere an die kommunale Wasserversorgung und unterstützt dabei, Versorgungssysteme zu analysieren, mögliche Schwachstellen zu erkennen und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Damit bietet der Leitfaden eine Hilfestellung, um die Wasserversorgung auf langanhaltende Trockenperioden vorzubereiten.

Die Konzepte betrachten die prognostizierte Entwicklung von Wasserdargebot und Wassernutzung und dienen dazu, Optimierungspotenziale und Risiken zu identifizieren sowie entsprechende Maßnahmen zu entwickeln. Für die Erarbeitung des Handlungsleitfadens wurden die Kommunalen Wasserkonzepte von fünf hessischen Kommunen ausgewertet Mit diesen Kommunen wurden anschließend Workshops beziehungsweise „Planspiele“ durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Workshops bilden eine wesentliche Grundlage für die im Leitfaden dargestellten Prozesse und Maßnahmenoptionen.

  1. 01

    36 % weniger Grundwasserneubildung im Stresstest

    Für den Klima-Stresstest wurde untersucht, wie sich eine langanhaltende Trockenperiode auf die Grundwasserressourcen auswirken könnte. Im zugrunde gelegten Worst-Case-Szenario ergibt sich für Hessen ein landesweiter Rückgang der Grundwasserneubildung von rund 36 Prozent. Grundlage sind 13 Klimaprojektionen sowie drei Trockenperioden. Wichtig: Diese Zahl ist kein referenzwert für die einzelne Kommune.

  2. 02

    167 Städte und Gemeinden mit Wasserkonzepten

    Für 167 hessische Städte und Gemeinden waren mit Stand Mai 2026 Kommunale Wasserkonzepte bereits erstellt oder in der finalen Bearbeitung. Die Konzepte betrachten unter anderem die zukünftige Entwicklung von Wasserdargebot und Wassernutzung und zeigen Risiken, Optimierungspotenziale und mögliche Maßnahmen auf.

  3. 03

    5 Kommunen im Praxistest

    An der Entwicklung des Handlungsleitfadens waren fünf hessische Kommunen unterschiedlicher Größe beteiligt: Liebenau, Hofbieber, Aßlar, Haiger und Friedberg. Sie reichen von rund 3.000 bis rund 31.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Ausgangsbedingungen der Wasserversorgung unterscheiden sich von Kommune zu Kommune.  Deshalb gibt es laut Leitfaden keine Generallösung

Von der Bestandsaufnahme zum Planspiel

Wie widerstandsfähig ist die Wasserversorgung einer Kommune, wenn eine langanhaltende Trockenperiode eintritt? Um dieser Frage nachzugehen, wurden zunächst die vorhandenen Kommunalen Wasserkonzepte der fünf beteiligten Kommunen ausgewertet und die jeweiligen Wasserversorgungssysteme betrachtet. Dazu gehörten unter anderem die Eigengewinnung und der Fremdbezug von Wasser, die Versorgung der Ortsteile, vorhandene Hochbehälter und Verbundsysteme.

Anschließend wurde es praktisch: In Workshops und „Planspielen“ wurde der Klima-Stresstest auf die jeweilige kommunale Wasserversorgung übertragen. Gemeinsam mit den beteiligten Akteuren wurden mögliche Schwachstellen identifiziert, Handlungsbedarfe diskutiert und Maßnahmenoptionen betrachtet. Die Erfahrungen aus diesen Planspielen bilden eine wesentliche Grundlage für die Empfehlungen des Handlungsleitfadens.

Eine zentrale Erkenntnis aus dem Prozess: Der gemeinsame Austausch trägt dazu bei, ein besseres Verständnis des gesamten Versorgungssystems zu entwickeln. Der Leitfaden empfiehlt deshalb, die relevanten Wissensträger einer Kommune in einem Team „Zukunftsfähige Wasserversorgung“ zusammenzubringen. Dieses Team soll unter anderem Schwachstellen und Handlungsbedarfe identifizieren, Maßnahmen diskutieren und deren Umsetzung und Monitoring begleiten.